An der Ziehenschule

Gulag? – was war das gleich noch?

Die düstere Bedeutung dieses Wortes wurde den Schülern des Abiturjahrgangs am Montag, 6.11.17 auf besondere Weise nahegebracht.

Bei einer Veranstaltung in der Aula wurde aus dem Buch „Aber der Himmel – grandios“ von Dalia Grinkeviciute vorgelesen, die als 14-Jährige mit ihrer Familie aus Litauen in ein sowjetisches Straflager hinter dem Polarkreis deportiert wurde.

Was sie dort erlebte – und wie sie überlebte – schrieb sie heimlich auf und verbarg das Manuskript in einem Einweckglas in ihrem Garten, wo es erst viele Jahrzehnte wiedergefunden und veröffentlicht wurde.

 

Die Vorleserin Vytene Muschick, Übersetzerin aus Vilnius, wurde von der Journalistin und Künstlerin Friederike Kenneweg aus Berlin unterstützt, die die Lesung durch Klänge, Geräusche und Musik atmosphärisch begleitete.

So war die Veranstaltung mehr als nur Geschichtsunterricht, sondern ein literarisches und künstlerisches Gesamterlebnis, das den Schrecken des Gulag auf eindringliche Weise vermittelte und sicher noch lange in Erinnerung bleibt.

Robert Heckert, Lehrer an der Ziehenschule, Frankfurt am Main